Top-Recruiter: Sommeliers nicht mehr gefragt

Top-Recruiter: Sommeliers nicht mehr gefragt

Christian Schweinzer RecruiterJean-Van-Luelik

Der Top-Recruiter im Interview

Wer braucht heute noch Sommeliers?

Christian Schweinzer ist ein internationaler Top-Recruiter. Seine Agentur „CS Consulting“ vermittelt MitarbeiterInnen in die besten Restaurants und Hotels weltweit. Er sagt: Reine Sommeliers sind kaum noch gefragt. Was aber dann?

Warum sind Sommeliers nicht mehr gefragt?
Christian Schweinzer: Der reine Sommelier, also der, der sich ausschließlich um Keller und Wein kümmert? Diese Position gibt es fast nicht mehr. Ein paar Auserwählte dürfen diesen Luxus noch leben. Was die Betriebe heute suchen und was bei uns auch angefragt wird, das ist eine Restaurantleiterin oder ein Restaurantleiter, der in erster Linie Gastgeber ist und sich dann zusätzlich auch um den Wein kümmert.

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Wäre es nicht eine einfache Rechnung: Der Sommelier erhöht durch sein Können und Wissen den Umsatz und finanziert sich so auch selbst?
Christian Schweinzer: Das ist eine nette Rechnung. Fakt ist aber, dass es nicht mehr viele Betriebe gibt, die über einen großen Weinkeller verfügen. Dafür braucht es dann keinen Mastersommelier. Da genügt ein einfacher Kellner.

„Gesucht werden Dirigenten, die auch stark im Wein-Know-how sind”

Vielleicht muss man den Begriff des Sommeliers ganz einfach neu definieren?
Christian Schweinzer: Davon bin ich sogar überzeugt. In den letzten Jahren hatte man das Gefühl, dass sich einzelne Sommeliers nur mehr über Wettbewerbe und den Grad ihrer Ausbildung identifizieren. Ausbildungen und Preise – alles schön und gut. Und mir liegt es fern zu werten. Ich kann nur sagen, was am Markt gefragt ist und was nicht.

Und was ist gefragt? Was kann man heute einen Jungen raten, der im Service Karriere machen will?
Christian Schweinzer: Es braucht in erster Linie perfekte Gastgeber-Qualitäten, gesucht werden umsichtige Dirigenten, die auch stark im Wein-Know-how sind und immer wichtiger, auch ein Verständnis für Zahlen und Wirtschaftlichkeit mitbringen. In vielen Betrieben gibt es keinen F&B-Manager mehr. Diese Aufgaben werden auf Restaurantleiter und Sommelier übertragen. Wer dieses Skills mitbringt, dem stehen alle Türen offen.

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