Wer braucht heute noch Silber am Tisch?

Silber: Ikone der Gastro

Silberbesteck am Tisch erlebt ein Revival

Robbe & Berking

„Silber ist kein Luxus“

Silberbesteck am Tisch erlebt ein Revival – und das in Zeiten, in denen die Gastro verstärkt auf Understatement setzt. „Aber das ist auch der Grund, warum Silber so schön strahlen kann, wie vielleicht noch nie“, sagt Werner Brändler von der renommierten Silbermanufaktur „Robbe & Berking“

Restaurants verzichten heute auf Tischdecken zugunsten von Tischen, die eine Natürlichkeit ausstrahlen. In den besten Häusern der Welt ist am Tisch eher Understatement angesagt. Hat Silberbesteck hier nicht längst ausgedient?
Werner Brändle: Im Gegenteil. Dieser Trend bietet für Silber nun ganz neue Möglichkeiten. Bei den Tischen setzt man ja zumeist auf echtes und edles Holz – für Silber, das ja auch ein Naturprodukt ist, ist das nun die perfekte Bühne. Diese Kombination harmoniert wunderbar. Silber will ja alles andere als steif sein. Wenn wir weiße Damasttischtücher haben, darunter vielleicht eine Auflage und dann noch Silber – dann kann das schon wuchtig wirken. Aber geben wir schönes Besteck auf Naturholz, ist die Berührungsangst plötzlich weg. Was auch gut funktioniert ist die Kombination mit Leinen, das ja auch ein Trendstoff ist. Silber berührt und will berührt werden.

Aber gilt das nicht alles auch für herkömmliches Besteck?
Werner Brändle: Ich denke nicht. Da geht es ja auch darum, dass man authentische Naturprodukte miteinander kombiniert. Silberbesteck ist eine Ikone in der Gastro. Egal wie alt es ist oder vielleicht sogar wie schwarz es die Zeit gemacht hat, man kann es auf Hochglanz bringen, es strahlt einen an und erzählt immer eine Geschichte. Silber hat eine Seele und somit die Begabung, Menschen zu berühren. Gutes Essen wird auf schönen Tellern serviert, zu einer Flasche Wein gibt es das passende Glas – und dann verbogenes Blech als Besteck? Machen kann man das schon, aber Harmonie ergibt es keine. Und letztendlich geht es ja immer um den Gesamteindruck eines Restaurants. Design muss auch die Tischkultur berücksichtigen. Dieser Aspekt wird aber immer noch oft vernachlässigt.

Brändle: Silber ist eine Investition für Generationen

Ist Silber nicht trotzdem noch immer ein teures Vergnügen?
Werner Brändle: Diese Frage verstehe ich absolut. Echtes Silber hat natürlich seinen Preis, aber damit auch einen Wert. Doch selbst hier gibt es unterschiedliche Preiskategorien. In der Gastronomie ist der Einsatz von versilbertem Besteck eher die Regel. Man kann auch kreativ sein, vielleicht findet man Erbstücke zuhause. Wenn es gutes Silberbesteck ist, kann man das problemlos zu neuem Glanz aufpolieren. Dazu kann man auch einen Fachmann zu Rate ziehen. Denn wer Silber kauft, der tut das nicht für ein paar Jahre. Das ist eine Investition, die auch noch für die nächsten Generationen von Wert ist.

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Kann man Silberbesteck am Tisch mit Stahlbesteck kombinieren?
Werner Brändle: Nein, das würde ich nicht tun. Das ist nicht professionell. Man kann ja auch klein beginnen. In den meisten Häusern gibt es einen besonderen Tisch – zum Beispiel einen Chefstable oder ein besonders romantisches Plätzchen in einem Erker. Genau hier beginnt man und bietet seinen Gästen etwas Besonderes. Damit zeigt man auch Gespür für Nachhaltigkeit. Denn Silber ist nie Luxus, sondern immer eine Investition, die ihren Wert behält.

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