ÖWM Chef: Neues DAC-Gebiet "Rosalia" wurde zunächst abgelehnt

Willi Klinger: Die Lage Rosalia wurde zunächst abgelehnt

Chef des Österreichischen Weinmarketings, Willi Klinger

seymann film.at

Nach Rosalia: Mit Jahrgang 2018 kommen noch 3 weitere DAC-Gebiete

Die Meldung sorgte zuletzt für Aufregung in der Branche: Die burgenländische Region Rosalia wird zum 11. DAC-Gebiet. Die KALK&KEGEL-Sommeliers haben bei ÖWM-Chef Willi Klinger nachgefragt und Spannendes erfahren.

Die ehemalige Großlage „Rosalia“ südlich des Leithagebirges wird zu Österreichs nächstem DAC-Weinbaugebiet. Auf 297 ha Rebfläche entstehen im Bezirk Mattersburg künftig regionstypische “Rosalia DAC”- und “Rosalia DAC Reserve”-Rotweine sowie eigenständige Rosé-Weine unter der Bezeichnung “Rosalia DACRosé”. So vermeldete es “Österreich Wein Marketing” Mitte April. Für viele kam das überraschend und schnell wurde dazu auch Kritik laut, dass Rosalia zu wenig Eigenständigkeit habe, um zu einem eigenen DAC-Gebiet zu werden.

Die KALK&KEGEL-Sommeliers haben nun Willi Klinger, den Geschäftsführer der “Österreich Wein Marketing”, zum Interview gebeten und unter anderem erfahren, dass sowohl Mittelburgenland DAC wie auch Leithaberg DAC die Lage “Rosalia” nicht unter ihre DAC-Marke nehmen wollten. Und: Schon mit dem Jahrgang 2018 kommen drei neue DACs aus der Steiermark dazu.

Herr Klinger, bislang war das Gebiet Rosalia kaum bekannt? Was gab nun den Ausschlag dieses Gebiet zum DAC zu machen?
Willi Klinger: Ich hatte ursprünglich vorgeschlagen, das Gebiet bei der Mittelburgenland DAC mit Blaufränkisch mit machen zu lassen. Dann hätte man zu den Ortsweinen „Deutschkreutz“, „Horitschon“, „Lutzmannsburg“ und „Neckenmarkt“ die Großlage „Rosalia“ als 5. dazugeben können. Das ist leider gescheitert, wahrscheinlich, weil die verantwortlichen Player sich nicht darauf verständigen konnten. Daraufhin wurde von Leithaberg DAC auch per Beschluss eine Teilnahme der Rosalia abgelehnt. Somit blieb nichts anderes übrig, als für die Rosalia eine eigene DAC zuzulassen, was das regionale Komitee Burgenland so beschlossen hat.

Wie viele DAC-Gebiete sind in den nächsten 3-5 Jahren noch zu erwarten? Welche Zukunftsvisionen sind hier geplant?
Willi Klinger: Mit Jahrgang 2018 kommen die drei steirischen DAC’s: Vulkanland Steiermark, Südsteiermark und Weststeiermark. Die Wachau hat ein eigenes Konzept vorgelegt, das jetzt noch im Detail abgestimmt wird. Dann bleiben nur noch Wagram, Carnuntum und Thermenregion sowie der Ruster Ausbruch und, wenn gewünscht eine Seewinkel DAC für den Süßwein.

Johannes Zinner
Chef des Österreichischen Weinmarketings, Willi Klinger

Wie unterscheidet sich der Rotwein aus Zweigelt/Blaufränksich von Rosalia zu den anderen DAC?
Willi Klinger: Ich hatte noch keine Gelegenheit, die Weine aktuell zu verkosten. Aber der Blaufränkisch von der Domäne Pöttelsdorf, dem Hauptplayer der Rosalia, ist mir vertraut. Er hat auch international schon schöne Erfolge vorzuweisen. Die Stilistik liegt möglicherweise zwischen Leithaberg und Mittelburgenland.

Wo liegt die Herkunftstypizität oder wo ist das Markante für den Konsumenten?
Willi Klinger: Die Lehmböden der Rosalia sind etwas sandiger und damit leichter als im Mittelburgenland und haben zwar stellenweise etwas Kalk, sind aber nicht von Kalk- oder Schiefer dominiert wie am Leithaberg. Daher sind die Weine rotfruchtiger als die dunklen Mittelburgenland-Weine und etwas geschmeidiger und runder in der Textur als die mineralischen Leithaberg-Weine.

Wie darf Roséwein deklariert werden (außerhalb des Gebietes), um nicht in Verbindung mit Rosalia Rosé DAC gebracht zu werden?
Willi Klinger: Der Rosalia DAC ist der einzige DAC-Rosé der Weinbauregion Weinland. Alle anderen burgenländischen Rosés sind generisch als „Burgenland“ zu bezeichnen.

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